Was kostet mich der Anwalt für die Nebenklage?

Die Anwaltsgebühren des Nebenklagevertreters entsprechen denen des Verteidigers. Sie setzen sich regelmäßig zusammen aus:

  • Grundgebühr für die Einarbeitung in die Sache – 200 Euro
  • Verfahrensgebühr für das Ermittlungsverfahren – 165 Euro
  • Verfahrensgebühr für das gerichtliche Verfahren – 165 Euro
  • Terminsgebühr pro Hauptverhandlungstag – 275 Euro

Wird die Sache erstinstanzlich nicht vor dem Amtsgericht, sondern vor dem Landgericht verhandelt, so erhöhen sich die beiden letztgenannten Gebühren um 20 bzw. 45 Euro.

Hinzu kommt jeweils noch eine Portopauschale von 20 Euro sowie die Mehrwertsteuer von 19 %.

Dies sind nur die Regelgebühren, die für eine Sache mittleren Umfangs und mittlerer Schwierigkeit angesetzt werden können, ohne dass es einer besonderen Begründung bedarf. Die Grundgebühr kann bspw. zwischen 40 und 360 Euro festgelegt werden. Eine definitive Aussage, welche Kosten anfallen, ist also nicht zu treffen.

Persönliche Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Hummel:

Bevor ich Ihr Nebenklagemandat übernehme, schließe ich stets eine detaillierte Vergütungsvereinbarung mit Ihnen, die die Besonderheiten des Mandats und auch Ihre Vermögenssituation ausreichend berücksichtigt.

Diese umfasst dann normalerweise alle anfallenden Einzelgebühren, sodass Sie eine Summe „schwarz auf weiß“ sehen und nicht von zusätzlichen Beträgen überrascht werden.

Dann haben Sie die Sicherheit, welche Kosten auf Sie zukommen.

Was ist das Adhäsionsverfahren?

Im Adhäsionsverfahren (§ 403 StPO) wird über zivilrechtliche Ansprüche im Strafverfahren entschieden. Dadurch soll die Abwicklung beschleunigt werden, da der Richter, der ohnehin strafrechtlich über die Sache entscheiden muss, zugleich die zivilrechtliche Seite beurteilt.

Voraussetzung ist aber, dass der Richter die Sache für geeignet hält, im Strafverfahren entschieden zu werden. Dies wird relativ häufig abgelehnt. Dann kann der Geschädigte seine Rechte natürlich noch vor den normalen Zivilgerichten wahrnehmen.

Kann man eine Anzeige zurückziehen?

Eine Anzeige ist kein formeller Antrag, sondern nur die Mitteilung an Polizei oder Staatsanwaltschaft, dass man Kenntnisse von einer Straftat hat. Diese Mitteilung kann man nicht zurückziehen, allenfalls könnte man nun mitteilen, dass man gelogen hat – damit hat sich der Anzeigeerstatter dann aber der falschen Verdächtigung (§ 164 StGB) strafbar gemacht.

Steht man als Geschädigter vor Gericht unter Wahrheitspflicht?

Ja, auch als Geschädigter ist man ein ganz normaler Zeuge, der wahrheitsgemäß aussagen muss. Dazu gehört auch, die Tat korrekt und ohne Übertreibungen wiederzugeben. Ansonsten macht sich auch der Geschädigte wegen Falschaussage (§ 153) oder gar wegen Meineids (§ 154) strafbar.

Brauche ich als Nebenkläger einen Anwalt?

Nein, die Nebenklage kann auch ohne Anwalt erhoben werden.

Allerdings kann es durchaus sinnvoll sein, sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen, der die prozessualen Besonderheiten kennt. Zudem hilft es – gerade in einer emotional angespannten Situation – häufig, wenn man jemanden an seiner Seite hat und nicht auf sich allein gestellt ist.

Was ist die Nebenklage?

Nebenklage bedeutet, das zwar „ganz normal“ der Staatsanwalt die Anklage erhebt und die Staatsanwaltschaft in der Hauptverhandlung diese Anklage vertritt, sich zugleich aber der Geschädigte selbst auch an der Strafverfolgung beteiligt. Er hat dann gewisse prozessuale Rechte und kann so die gegen ihn begangene Tat besser darstellen und die Ahndung unterstützen.

Was ist die Privatklage?

Als Privatklage bezeichnet man ein Strafverfahren, in dem nicht der Staat die öffentliche Klage vertritt, sondern der Geschädigte selbst die Strafverfolgung in die Hand nimmt. Dies ist nur bei relativ wenigen Straftaten möglich und kommt in der Praxis kaum vor.

Bei schwereren Straftaten ist die Nebenklage möglich, dabei schließt sich der Geschädigte der Anklage des Staatsanwalts an.

Kann ich selbst die Anklage führen?

Nein, die Anklage (öffentliche Klage) ist immer Sache des Staates, also der Staatsanwaltschaft. Das Opfer selbst hat in einem Strafverfahren regelmäßig nur die Position eines Zeugen.

Das Opfer kann unter Umständen aber als Nebenkläger oder als Privatkläger selbst als Beteiligter am Verfahren teilnehmen. Zivilrechtliche Ansprüche wie Schmerzensgeld und Schadenersatz kann der Geschädigte aber selbst geltend machen.

Was ist eine Strafanzeige?

Eine Strafanzeige ist nur die Mitteilung an die Staatsanwaltschaft (direkt oder über die Polizei), dass möglicherweise eine Straftat begangen wurde. Für die Einleitung einer Strafverfolgung ist das aber weder notwendig noch ausreichend. Die Entscheidung darüber, welche Tat sie verfolgt, trifft die Staatsanwaltschaft noch rechtlicher und tatsächlicher Prüfung.

Insoweit ist die Strafanzeige vom Strafantrag zu unterscheiden.